Informationen zur Nutzung von Office 365 Anwendungen

Wie Sie vielleicht wissen gewährt Microsoft unter den gegebenen Bedingungen Schülern und Lehrkräften Zugriff auf die kostenlosen Online-Tools.
Diese Versionen der Office-Programme sind aber nicht identisch mit den auch offline verwendbaren Programmen/Apps!
Daher dürften einige Schüler bzw. Eltern eingesehen haben, dass ein Kauf evtl. sinnvoller ist.
 
Hierfür sind die unterschiedlichen Abo-Pläne nötig welche Sie ebenfalls auf der von Ihnen angeführten Seite einsehen können. Unsere Schule müsste dann aber jedes Jahr die Gesamtzahl der Schüler und Lehrkräfte angeben und pro Kopf und Monat die ausgewiesenen Beträge zahlen…
Von einer Einsparung von Kosten kann damit keine Rede sein.
 
Da unser Sachaufwandsträger, die Stadt Altötting, auch selbst keine der Versionen von Office 365, Office 365 Education oder Microsoft 365 Education einsetzt, fehlen uns hier wesentliche Vorraussetzungen für eine Anschaffung. Insbesondere auch, da die Stadt z.B. über Lizenzen für Office 2016 für den Einsatz in der Schule verfügt (aber eben nicht zur privaten Nutzung durch Lehrpersonal oder Schüler).
 
Der wesentliche Punkt aber, welcher gegen den Einsatz der Office 365 – Reihe spricht, ist die mehr als unklare Lage bezüglich des Datenschutzes!
Microsoft bewirbt ausgerechnet die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten der Online-Tools – hat es aber in den letzten Jahren bis dato nicht geschafft, rechtssicher und verbindlich zu erklären, wo, wie und vor allem welche Daten der Benutzer verarbeitet und gespeichert werden. Für öffentliche Einrichtungen ist dies bei  momentaner Gesetzeslage nach DSGVO kein annehmbarer Zustand.
 

Hier ein Auszug aus einer der letzen ct-Zeitschriften zu dem Thema:

(Bitte beachten Sie auch den Link zum Thema „Clouddienste in Bildungseinrichtungen“ aus Baden-Württemberg! Gleiches gilt auch für uns.)
 
[…]
Microsofts Serverstandorte
Wo stehen die Microsoft-Server mit meinen Daten und was ist mit der Deutschland-Cloud von Office 365?
Microsoft versichert, dass die Daten aller Nutzer, die sich aus der Europäischen Union anmelden, auch auf einem EU-Server, zum Beispiel in Irland, gespeichert werden. Das dürfte aber nur für die Office-365-Business-Pläne gelten. Zum Speicherort der Daten von Abonnenten der Office-365-Pläne Home oder Personal lässt sich Microsoft nicht aus.
Eine Zeitlang gab es für Business-Kunden das Angebot der „Deutschland-Cloud“. Wer ein entsprechendes Abo abgeschlossen hatte, durfte sicher sein, dass seine Daten auf einem Server der Telekom Deutschland liegen. Microsoft hatte selbst keinerlei Zugang zu den Daten; die Telekom fungierte als Treuhänder. Diesen Service hat Microsoft vor einiger Zeit eingestellt und nimmt seither keine neuen Anträge dafür mehr an; Bestandskunden bleiben aber auf den Telekom-Servern. Die strikte Trennung der Server vom globalen Microsoft-Netz sorgte auch dafür, dass einige Services nur eingeschränkt oder gar nicht funktionierten; etwa der OneNote-Webclipper, der Zugriff auf einen Login-Server in den USA erfordert.
Microsoft hat als Ersatz versprochen, noch 2019 ein Alternativangebot mit selbst betriebenen Servern in Deutschland zu starten; bis jetzt ist davon allerdings noch nichts zu sehen.

[…]

Microsoft liest mit
Kann Microsoft die Inhalte meiner Dokumente und Dateien auf OneDrive oder OneDrive for Business lesen?
Ja, definitiv. Zwar sind die Daten auf dem Transport zu und von den Cloud-Servern verschlüsselt. Auch verspricht Microsoft die Verschlüsselung aller „ruhenden Dateien“ auf den Servern – den Schlüssel besitzt aber Microsoft. In diversen Datenschutzerklärungen und FAQs im Netz versichert Microsoft zwar nachdrücklich, dass ein Zugriff auf Kundendaten (dazu zählen auch die Dateien auf OneDrive) nur kontrolliert und protokolliert erfolgt und auch nur dann, „wenn dies erforderlich ist“. Wann das der Fall ist, spezifiziert das Unternehmen aber nicht genauer. Gleichzeitig ist – schön verpackt – zu lesen, dass für die Verbesserung der Nutzererfahrung oder Personalisierung der Services sehr wohl ein Zugriff auf Kundendaten erfolgen kann und wird.
Microsoft konzentriert sich derzeit stark auf die Entwicklung serverseitiger KI-Dienste wie Textübersetzung, OCR und automatische Bildverarbeitung. Dazu muss Microsoft möglichst viele Kundendaten zumindest maschinell auswerten. Daraus ergeben sich natürlich vor allem für Unternehmen und Behörden datenschutzrechtliche Bedenken gegen den Einsatz von Office 365, genauer: das Speichern von Dokumenten in Microsofts Clouddiensten. Das befand jüngst auch der Datenschutzbeauftragte von Hessen und warnte vor dem Einsatz von Microsofts Clouddiensten in Bildungseinrichtungen. Unsere Schwesterzeitschrift iX hat untersucht, welche Daten bei Installation und Betrieb von Office 365 übertragen werden. Auch sie spricht eine deutliche Warnung aus. (swi)

(Dieser Beitrag stammt aus c’t 17/2019)
 
Auch von anderer Seite gibt es entsprechende Informationen:
 
 
 
Wenn wir also unsere Verantwortung gegenüber unseren Schülern und ihren Daten (auch Ihren eigenen) ernst nehmen und die gesetzlichen Rahmenbedingungen sicher einhalten wollen, können wir weder solche Programme einsetzen noch sie zur Verwendung empfehlen!
Unser Erziehungsauftrag sollte uns zudem dazu anhalten, Schüler zu einem bewussten Umgang mit diesen Sachverhalten zu bewegen. Auch in dieser Hinsicht bleibt es daher bei dem Standpunkt: Office 365 education ist derzeit nicht für den Einsatz geeignet!
 

 

Martin Pfaller
Systembetreuung

 

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